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Gewalt an Schulen
Opfer, Täter und Prädiktoren schulischer Gewalt
PD Dr. Sven Schneider
(Die Originalfassung dieses im Jahre 2003 in einer
wissenschaftlichen Zeitschrift publizierten Beitrages können Sie
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geistiges Eigentum des Autors, Wiedergabe nur gegen Zitat der Originalquelle.)
1
Entdeckungszusammenhang
Nach derart schweren Gewaltakten wie den Morden in Meißen, Bad
Reichenhall und Erfurt oder der Geiselnahme von Waiblingen sind
selbst ernannte Experten nicht weit, die den Medien und der
Öffentlichkeit "Ursachenforschung" und
"Patentrezepte" präsentieren. Dies führte in der
Vergangenheit einerseits zu einem unrealistischen Zerrbild der
tatsächlichen Prävalenz von Gewalt- und Aggressionsformen an
deutschen Schulen. Zum anderen behinderte es eine seriöse
Ursachenforschung.
Zwar ist die Schule ein Lebensbereich, in dem
Kinder und Jugendliche einen Großteil ihrer Sozialisationszeit
verbringen. Merkmale der Institution Schule, wie Klassengröße,
Erwartungsstrukturen (z.B. Versagensängste oder Leistungsdruck),
Beziehungsmuster (z.B. Schüler-Schüler oder
Lehrer-Schüler-Interaktionen), Unterrichtsqualität und
Lernangebote bilden Rahmenbedingungen, die Aggressivität fördern
oder mindern können. Dennoch bleibt festzuhalten, "dass die
Anzahl der Risikofaktoren für die Entstehung von Gewalt in der
Schule hoch ist, dass sie auf sehr verschiedenen Ebenen liegen und
sowohl in außerschulischen Bereichen als auch in schulischen
Strukturen wie Leistungsbewertung, Schulorganisation, Klima und
personalen Beziehungen zu finden sind."
Das Ziel des vorliegenden Beitrages ist, die
derzeitige Gewaltdiskussion durch aktuelle empirische Daten zu
bereichern. Dazu werden jüngst erhobene Täter- und
Opferprävalenzen für unterschiedliche körperlich und verbale
Gewaltformen präsentiert und der Einfluß personeller Opfer- und
Tätereigenschaften gegen die Bedeutung der außerschulischen
sozioökonomischen Umwelt abzugrenzen versucht.
2 Forschungsstand
Hurrelmann definiert schulische Gewalt als "das Spektrum von
vorsätzlichen Angriffen und Übergriffen auf die körperliche,
psychische und soziale Unversehrtheit, also Tätigkeiten und
Handlungen, die physische und psychische Schmerzen oder Verletzungen
bei Schülern und Lehrern innerhalb und außerhalb des
Unterrichtsbetriebes zur Folge haben können. Gewalt an Schulen
umfaßt auch Aktivitäten, die auf Beschädigung von Gegenständen
im schulischen Raum gerichtet sind." Angesichts des im
nächsten Abschnitt explizierten Explanandums erscheint diese
umfassende Gewaltdefinition als adäquat, da sie auch Beleidigungen,
Intrigen und soziale Isolation impliziert. Trotzdem soll das in der
Literatur seit längerem kontrovers diskutierte Problem einer
eindeutigen Abgrenzung samt der zahlreichen Klassifikationsansätze
bspw. in offene versus versteckte, in feindselige, instrumentelle
und affektive sowie in psychische versus physische Gewalt nicht
unerwähnt bleiben. Angesichts dieser Definitionsvielfalt und
Begriffsunschärfe werden im Folgenden - analog zu anderen Autoren -
die Termini ‘Gewalt’ und ‘Aggression’ synonym verwendet und
aus der Literatur die Unterscheidung in psychische und physische
Manifestationen als die hier adäquateste übernommen.
Der aktuelle sozial- und
erziehungswissenschaftliche Forschungsstand läßt sich vor diesem
Hintergrund folgendermaßen skizzieren: Hinsichtlich schulischer
Gewalt ließ sich bis Anfang der Neunziger Jahre eine generelle
Gewaltzunahme anhand empirischer Daten nicht sicher belegen.
Hauptgrund hierfür waren uneinheitlich verwendete Definitionen und
Operationalisierungen sowie das fast völlige Fehlen gesicherter
Längsschnittstudien. Seit Beginn der 90er Jahre sind nunmehr rund
20 weitere empirische Studien zu diesem Themenkreis publiziert. Ein
vorsichtiger Vergleich deutet auf eine leichte bis mäßig steigende
Tendenz schulischer Gewalt hin. Dabei kann sich diese eher moderate
Zunahme von Gewalt an Schulen – zumindest teilweise - auch in der
unter Umständen sensibler gewordenen Wahrnehmung der Betroffenen
gründen. Zudem könnte der in einigen Studien berichtete Anstieg
zumindest zum Teil auch auf einer höheren Bereitschaft,
Gewaltdelikte gegenüber Dritten zuzugeben, beruhen. Insgesamt
handelt es sich bei den berichteten Gewaltformen vornehmlich um
verbale Aggressionen und nur in geringerem Umfang um Tätlichkeiten
und physische Gewalt gegen Personen. Dieser Befund wird im
empirischen Teil dieses Beitrages durch die bereits angekündigte
Differenzierung in psychische und physische Gewaltformen
berücksichtigt. Gravierende, strafrechtlich relevante Delikte
kommen weiterhin relativ selten vor.
Einen sehr detaillierten Bericht schulischer
Gewalt lieferte bereits Mitte der Achtziger Jahre die Studie von
Holtappels: 32% der befragten Schüler (7. bis 9. Jahrgangsstufe)
räumten ein, mit Mitschülern zu raufen und sich mit ihnen zu
schlagen, 25% sagten, dass sie mit anderen zusammen schon einen
Mitschüler verprügelt hätten. Ein Fünftel der Befragten (20%)
gab an, dass sie schon einmal Mitschüler unter Druck gesetzt
hätten. Bezüglich Sachbeschädigung hatten 12% schon einmal
Gegenstände im Schulgebäude abmontiert, 34% etwas in der Schule
zerstört, die Hälfte davon absichtlich (17%). Jeder zehnte
Schüler hatte einem Mitschüler absichtlich etwas kaputt gemacht.
Ausgehend von diesen Daten läßt sich aus aktuelleren
Querschnittdaten auf eine Zunahme schulischer Aggression und Gewalt
schließen: So wurden Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe I
in Nordrhein-Westfalen hinsichtlich ihrer eigenen Gewalt- und
Kriminalitätshandlungen befragt. Die Selbstangaben zeigen, daß
zwischen den beiden Studienzeitpunkten 1986 und 1994 zum einen der
Anteil der Schüler und Schülerinnen gestiegen ist, die innerhalb
eines Jahres mindestens eine Gewalttat ausgeführt haben. Zum
anderen läßt sich auch ein Anstieg der insgesamt pro Schüler
respektive pro Schülerin durchgeführten Gewalttaten feststellen.
Im anteilig sehr kleinen Bereich hochaggressiver physischer
Gewalthandlungen sei sogar eine überdurchschnittlich starke Zunahme
an Brutalität - sowohl quantitativ als auch qualitativ - zu
beobachten. Eine besonders gewaltauffällige Subgruppe ist diejenige
der 13-14jährigen männlichen Schüler. Auch dieser Befund wird
durch ein angemessenes Stichproben- und Variablendesign (qua
Klassenstufen-Dummies) im folgenden empirischen Teil
berücksichtigt.
Die Existenz und das Ausmaß von Unterschieden
bezüglich schulischer Gewalt in verschiedenen Schularten ist
umstritten: Mansel konstatiert, frühere Prävalenz-Unterschiede
zwischen verschiedenen Schularten hätten sich bis Mitte der
Neunziger Jahre fast nivelliert. Fend und Schneider fanden aber auch
in späteren Studien - geringe - Unterschiede zwischen verschiedenen
Schultypen. Dabei zeigten Hauptschüler eher manifeste Formen und
Gymnasiasten eher latente Formen abweichenden Verhaltens. Auch
Schubarth berichtet in einer aktuelleren Publikation von
Unterschieden zwischen verschiedenen Schularten: Besonders in den
Haupt- und Realschulen und den in dessen Studie einbezogenen
Förderschulen sei die Gewaltprävalenz größer als in anderen
Schularten. Problematisierend sei angemerkt, dass in vielen Studien
nicht berücksichtigt wird, inwiefern unterschiedliche
Gewalthäufigkeiten auf die nach Schularten variierende Größe der
Einrichtungen und auf Aufklärungsunterschiede zurückzuführen sein
könnten. Während also durchaus Studien existieren, welche die
Schulart als Prädiktor für das Phänomen "Gewalt an
Schulen" berücksichtigen, ist der Einfluß stadtspezifischer
und sozioökonomischer Umwelten auf die Gewaltbereitschaft von
Schülern und Schülerinnen stets ausgeklammert.
Merkmale des Typus "Gewalttäter": Aktuelle Daten
belegen, dass gewalttätige Schülerinnen und Schüler im
Durchschnitt etwas schlechtere Schüler sind, häufiger sitzen
bleiben bzw. deren Versetzung eher gefährdet ist. Sie empfinden
kaum Schulfreude, sehen keinen Sinn im Lernen und haben eher ein
gestörtes Verhältnis zu ihren Lehrern. Sie fühlen sich oftmals
‘abgeschrieben’, weil sie z.B. das Gefühl haben, dass die
Schule sich nicht genug um sie kümmert und der Unterrichtsstoff
nicht genügend erklärt wird. Gewaltbereite Schülerinnen und
Schüler fühlen sich in der Schule nicht wohl und äußern
interessanterweise, dass man sie nicht zu Ordnung, Pünktlichkeit
und Sauberkeit anhalte. Sie rechtfertigen ihr Verhalten als
notwendig und legitimieren ihre Handlungsweise. Der Typus der
"Täter" ist den Klassenkameraden an Körperstärke eher
überlegen, hitzköpfig, leicht verärgert, impulsiv und weist eine
niedrige Frustrationstoleranz auf. Zudem sei er misstrauisch,
aggressiv, leistet Widerstand gegenüber Erwachsenen und hat geringe
Empathie. Nicht zuletzt beinhaltet aggressives Verhalten häufig
eine instrumentelle Komponente: Täter zwingen ihre Opfer,
Gegenstände (z.B. Geld, Zigaretten etc.) zu beschaffen und erhoffen
sich dadurch individuelle und gesellschaftliche Vorteile.
Merkmale des Typus "Gewaltopfer": Gewaltopfer seien
generell eher isoliert und haben das Gefühl, von anderen nicht
akzeptiert zu werden. Sie fühlen sich in der Klasse nicht wohl,
empfinden dort keinen Zusammenhalt, sondern eher Konkurrenz und
Egoismus. "Opfer" verfügen über ein geringes
Selbstwertgefühl, d.h. sie sind mit sich unzufrieden, halten sich
für wenig erfolgreich und meinen, kaum erwähnenswerte positive
Eigenschaften zu besitzen. Sie haben auch außerhalb der Schule
wenige Freunde und sind selten in soziale Gruppen wie z.B. Cliquen
eingebunden. Olweus unterscheidet zwischen dem "passiven oder
ergebenden Opfertyp" und dem "provozierenden
Opfertyp". Während der "passive oder ergebende
Opfertyp" als physisch und motorisch schwächer, unsicherer und
ängstlich gilt, über wenig Selbstvertrauen verfügt und weniger
Freunde hat, zeichne sich der "provozierende Opfertyp"
eher durch schnelle Erregbarkeit und der Unfähigkeit, sich wie der
Angreifer sozialen Räumen anzupassen, aus. Der provozierende
Opfertyp verursacht durch sein Verhalten häufig Ärger und Spannung
und versucht manchmal selbst, schwächere Mitschüler zu
tyrannisieren.
Dies verdeutlicht, dass eine Unterscheidung in
Gewalttäter und Gewaltopfer allenfalls methodisch sinnvoll,
praktisch jedoch nur von eingeschränkter Trennschärfe sein kann:
Gewalt ist Bestandteil und Ergebnis vielfältiger Handlungsprozesse,
in denen die Rollen der Handelnden als Täter oder Opfer nicht
fixiert sind. Ein Täter kann in einer anderen Situation wiederum
zum Opfer werden et vice versa.
3 Fragestellung
Die Fragestellung in Form einer zentralen
Hypothese wurde aus zwei hier relevanten Aggressionstheorien
abgeleitet: Der Theorie des sozialen Lernens von Bandura zufolge
werden neue Verhaltensweisen durch Nachahmung und Identifikation
erworben und bestehende Verhaltensmuster verändert. Diese
Erscheinungen werden nach Bandura unter dem Begriff der
"Modellierung" erfasst. Diese
"Modellierungsprozesse" können beim Beobachter drei
voneinander unterscheidbare Wirkungstypen hervorrufen: Lerneffekte
durch Beobachtung Dritter, Hemmungseffekte als Folge von Beobachtung
einer Belohnung oder Bestrafung Dritter sowie den Enthemmungseffekt
bei ausbleibender Sanktionierung Dritter. Bandura geht in seiner
Theorie des sozialen Lernens davon aus, dass den
Modellierungseinflüssen hauptsächlich eine informative Funktion
zukommt und dass Beobachter eher symbolische Merkmale modellierter
Ereignisse aufnehmen als eigentliche Reiz-Reaktions-Assoziationen.
In unserer Gesellschaft spielen, bezüglich der Theorie des sozialen
Lernens, drei Hauptquellen aggressiven Verhaltens in verschiedenem
Maße eine wichtige Rolle. Eine zeigt sich in den Aggressionen, die
durch Familienmitglieder modelliert und verstärkt werden. Die
Subkultur, in der eine Person lebt und mit der diese wiederholt
Kontakt hat, bildet einen weiteren Ursprung aggressiven Verhaltens.
Die dritte Quelle aggressiver Verhaltensweisen stellen symbolische
Modellierungsprozesse dar, für die die Massenmedien, besonders das
Fernsehen, mitverantwortlich sein sollen. Unseres Erachtens dürften
im Rahmen dieser Studie vorrangig die ersten beiden Faktoren
(Familie und Subkultur) als mögliche Ursachen für Gewalt an
Hauptschulen in den Städten Mannheim und Heidelberg bedeutsam sein.
Massenmediale Einflüsse dagegen dürften in beiden Städten
gleichermaßen verfügbar sein und somit keine bedeutungsvollen
Unterschiede bewirken.
Die Anomietheorie von Merton geht davon aus, dass
zwischen den in der Kultur verbreiteten Werten und Zielen
"Erfolg" und "Wohlstand" einerseits, und der
sozialstrukturell bedingten ungleichen Verteilung der legitimen
Mittel und Chancen, finanziellen und sozialen Erfolg zu erreichen
andererseits, eine Diskrepanz besteht, die auf die benachteiligten
Mitglieder der Gesellschaft einen Druck zur Abweichung und
Kriminalität ausübt. Abweichendes Verhalten (z.B. Gewalt) entsteht
nach Merton durch ‘Anpassung’ der Gesellschaftsmitglieder an die
widersprüchlichen kulturellen und sozialen Verhältnisse in der
Gesellschaft. Sind die Mittel zur Zielerreichung ungleich verteilt,
wird abweichendes Verhalten provoziert, welches als individuelle
Anpassung an diesen Asymmetriezustand gesellschaftlicher Bedingungen
zu verstehen ist. Sozioökonomische Gegebenheiten der unmittelbaren
Wohnumwelt, meßbar mittels Indikatoren zu "Bevölkerung",
"Arbeitsmarkt", "Bildung",
"Sozialwesen" und "öffentliche Sicherheit",
können demnach einen Asymmetriezustand sowie sozialen Druck,
deviante soziale Handlungsmuster und soziale Ungleichheiten
bedingen. Sowohl der soziologische Ansatz (Anomietheorie) wie auch
der psychologische Ansatz (Lerntheorie) führen zu folgender
Hypothese:
Da die soziale Umwelt von Schülern und
Schülerinnen ein Teil der städtischen Sozialstruktur darstellt,
dürfte in Städten mit einem ungünstigeren und asymmetrischeren
sozialen Umfeld (Anomietheorie) und daraus resultierend eher
belasteteren Beziehungen zur und Reaktionen der sozialen Umgebung
(Lerntheorie) dazu führen, dass dort die Prävalenz schulischer
Gewalt höher ist als in Städten mit einer günstigeren sozialen
Umwelt.
Exemplarisch soll diese Hypothese an den beiden
nordbadischen Städten Mannheim und Heidelberg überprüft werden.
Mannheim ist die größte Stadt im
Rhein-Neckar-Dreieck und in Folge seiner Lage, seiner Infrastruktur,
mehrerer zentraler Eisen- und Autobahnknotenpunkte sowie der sich
vor diesem Hintergrund angesiedelten Industrie eine typische
historisch gewachsene "Arbeiterstadt". Der Industriesektor
umfasst Maschinen- und Fahrzeugbau, Eisen verarbeitende,
elektrotechnische, feinmechanische und chemische Textil-, Holz-,
Baustoff-, Steingut-, Papier- und Düngemittelindustrie, Kabelwerke,
Brauereien, Druckereien und Verlage. Mannheim besitzt zudem einen
der bedeutendsten Binnenhäfen Europas. Im Jahr 2000 verfügte
Mannheim bei einer Gesamtfläche von rund 145 qkm über 17
Stadtbezirke und zählte 320.736 Einwohner, darunter rund 65.400
Ausländer (20,4%). Von den 167.526 Beschäftigten arbeitete mehr
als ein Drittel im produzierenden Gewerbe. Die Arbeitslosenquote lag
bei 10,5%. Heidelberg dagegen gilt infolge seiner Geschichte als die
"Kulturstadt" des Rhein-Neckar-Dreiecks. Durch die schon
früh gegründete Universität von 1386 galt Heidelberg im
Humanismus und nach der Reformation als ein geistiger Mittelpunkt in
Europa. Heute sind im Umfeld der Universität zahlreiche private
Institute für Forschung und Lehre in Heidelberg ansässig.
Heidelberg hat eine Gesamtfläche von rund 109 qkm und zählte im
Jahr 2000 140.259 Einwohner, darunter 22.749 (16%) Ausländer. Von
den rund 76.000 Beschäftigten arbeitet der Großteil im
Dienstleistungssektor. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,0%. Der
relative Anteil der Studierenden an der Gesamtbevölkerung ist in
Heidelberg über viermal so hoch wie in Mannheim. Der Anteil der
Sozialhilfeempfänger ist in Mannheim um fast ein Drittel höher als
in Heidelberg. In fast allen erfassten Straftatbeständen weist
Mannheim, gemessen pro 1.000 Einwohner, höhere Kriminalitätszahlen
auf.
Aus Tabelle 1 wird synoptisch ersichtlich, dass
sich beide Städte in ihrer sozioökonomischen Struktur deutlich
voneinander unterscheiden.
4 Daten und Methode
Zur Operationalisierung der oben explizierten
Fragestellung wurde eine Paper-and-Pencil-Befragung in je drei
Hauptschulen in Mannheim und in Heidelberg durchgeführt. Da in
dieser Studie interurbane Unterschiede im Fokus der Betrachtungen
stehen, war zunächst die intraurbane Variabilität – also
stadtteilspezifische Strukturunterschiede einzelner Schulen –
möglichst zu minimieren. Statt mittels einer Zufallsstichprobe
wurden die 2x3 Schulen deswegen mit Hilfe statistischer Rahmendaten
bewusst nach strukturgleichen Merkmalen ausgewählt, was einem in
der Medizin, Biometrie und Psychologie etablierten
Matched-pairs-Ansatz nahekommt. Die bewußte Auswahl zweier
geographisch sehr naheliegender Städte (Entfernung der Zentren: ca.
20 km) des selben Bundeslandes minimiert zusätzlich potentielle
geographische zugunsten sozialer Einflüsse.
Zur Erhöhung der Akzeptanz und damit der
Ausschöpfungsqoute wurde im nächsten Schritt nach einer
telefonischen Kontaktaufnahme mit den Schulen ein persönliches
Gespräch mit den Schulleitern vereinbart und die Fragebögen dabei
vorab übergeben. Alle sechs ausgewählten Schulen erklärten sich
bereit, an der Untersuchung teilzunehmen. Zudem wurde das
Oberschulamt durch die Studienleiterin (i.e. die Erstautorin)
informiert. Nach Genehmigung der Studie durch das Oberschulamt
wurden die Schulen ein zweites Mal aufgesucht und Kopien der
"Einverständniserklärung zur Durchführung der
Befragung" für die Eltern abgegeben. Zu einem dritten Termin
wurde schließlich die Befragungen innerhalb jeweils eines Tages
durchgeführt. Die Befragung in einer Schulklasse dauerte unter
Anwesenheit der Studienleiterin zwischen 45 und 60 Minuten. Um
Verständnisfehler zu vermeiden, wurden in den Jahrgangsstufen 5 und
6 die Fragen einzeln vorgelesen, erklärt und gleich darauf von den
Schülerinnen und Schülern schriftlich beantwortet. In den übrigen
Jahrgangsstufen erfolgte die Beantwortung der Fragen ausschließlich
schriftlich. Die Feldphase erstreckte sich von Oktober 2001 bis
Januar 2002. Der verwendete Fragebogen wurde weitgehend aus der
Studie "Gewalt in der Schule - am Beispiel von Bochum"
übernommen.
In Mannheim besuchten insgesamt 318 Schüler in
den 3 besagten Hauptschulen die ausgewählten Klassenstufen 5 bis 9,
in Heidelberg waren es in diesen Klassenstufen insgesamt 321
Schüler in ebenfalls 3 Hauptschulen. Davon haben sich in Mannheim
253 Schüler (79,5%) und in Heidelberg 229 Schüler (71,3%) an der
Umfrage beteiligt. Bezüglich der Altersspanne der befragten
Schüler ergab sich folgendes Bild: Die jüngsten Schüler waren 10
Jahre alt (n=43, 9,2%), die Ältesten 17 Jahre (n=4, 0,9%). 84,6%
aller Befragten waren im Alter zwischen 11 und 15 Jahren (n=394). In
den einbezogenen Schulen lag der Ausländeranteil in Mannheim mit
77% (n=138) weit über dem Wert in Heidelberg (n=42, 23,3%).
Im Anschluß an die rein deskriptive
Datenauswertung wurden explorativ ungerichtete
Unterschiedshypothesen für verschiedene interessierende
Outcomeparameter in multiplen Regressionsanalysen geprüft. Alle
Berechnungen wurden mit dem Statistikpaket SPSS 10.0.7 (SPSS Inc.
Chicago, Illinois, USA) berechnet. Sämtliche Analysen wurden
zweiseitig für a =5% durchgeführt. Neben dem beschriebenen
Studiendesign sollte dabei die Berücksichtigung möglicher
Confounder sicherstellen, dass Unterschiede in den Outcomeparametern
bezüglich der Variable "Stadt: Mannheim/Heidelberg"
möglichst eindeutig auf die Wirkung stadtspezifischer Einflüsse
der soziostrukturellen und – ökonomischen Umwelt zurückzuführen
sind. Als mögliche Drittvariablen wurden die ebenfalls miterhobenen
Variablen "Geschlecht", "Schulklasse" und
"Nationalität" herangezogen. Die ersten beiden Variablen
wurden ausgewählt, da unter anderem Tillmann u.a. festgestellt
haben, dass sich hinsichtlich des Gewaltausmaßes signifikante
Unterschiede zwischen den Geschlechtern und entlang der
Schülerjahrgänge nachweisen lassen. Zusätzlich wurde die
"Nationalität" als eine weitere Variable berücksichtigt,
da der Anteil der ausländischen Schüler/innen in Mannheim mehr als
dreimal so hoch ist wie in Heidelberg.
5 Ergebnisse
5.1 Opferprävalenz von Gewalthandlungen
Gewalthandlungen richten sich auf Ziele, entweder
auf Einrichtungsgegenstände der Schule, Eigentum von Schüler(innen)
oder auf Personen selbst. Bevor die Täterprävalenz beleuchtet
werden soll, wird im Folgenden zunächst die Opferprävalenz
fokussiert. Für die Items standen die Antwortmöglichkeiten
"ja" oder "nein" zur Verfügung. Zunächst
fällt bei den Opferberichten auf, dass in beiden Städten
psychische Gewalterfahrungen deutlich überwiegen. Heidelberger
Schülerinnen und Schüler unterscheiden sich – in dieser
explorativen Auswertung – von Mannheimer Schüler(inn)en
hinsichtlich der Opfererfahrungen. Physische Gewalthandlungen
berichteten Mannheimer Schülerinnen und Schüler insgesamt
häufiger als ihre Mitschüler(innen) in Heidelberg. Dies trifft
auch für die in beiden Studienorten meist genannte Opfererfahrung,
eine "Ernstere Schlägerei mit Verletzung" zu erleiden, zu
(Abbildung 1). Mannheimer Schüler und Schülerinnen gaben zudem
häufiger an, Opfer von sexueller Belästigung zu werden (Abbildung
2).
Die hier fehlenden Abbildungen und Tabellen
sind in dem unter dem Menüpunkt "Textanforderung"
bestellbaren Originalbeitrag enthalten.
Für die weitere Analyse wurden aus diesen Items
additive Indizes für physische und psychische Gewalt gebildet, um
diese zusammen mit potenziellen Kontrollvariablen in die lineare
Regression aufzunehmen. Aus den Items der schriftlich vorgelegten
Fragebatterien wurden nach faktorenanalytischer Prüfung die beiden
Skalen "physische Gewalt" und "psychische
Gewalt" konstruiert.
Die multiple Regressionsanalyse ergab folgendes
Bild (Tabelle 2): Mannheimer Hauptschüler(innen) werden im
Vergleich zu Heidelberger Schüler(innen) signifikant häufiger
Opfer von körperlichen Gewalthandlungen. Dabei erleiden Schüler
physische Gewalttaten signifikant häufiger als Schülerinnen. Die
Einbeziehung von Dummyvariablen für die einzelnen
Schülerjahrgänge zeigt keine signifikanten Unterschiede
hinsichtlich physischer Gewalterfahrungen. Verglichen mit deutschen
Schüler/innen werden ausländische Schüler und Schülerinnen nicht
signifikant häufiger oder seltener Opfer einer körperlichen
Gewalthandlung.
Die hier fehlenden Abbildungen und Tabellen
sind in dem unter dem Menüpunkt "Textanforderung"
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Dagegen ist das Risiko, Opfer einer psychischen
Gewalthandlung zu werden, in Mannheim wie Heidelberg gleich hoch
(Tabelle 3). Schülerinnen erfahren signifikant häufiger
Beschimpfungen und Beleidigungen als ihre männlichen Mitschüler.
Entlang der Schülerjahrgänge steigt die Erfahrung, Opfer einer
verbalen Gewalthandlung zu werden mit jeder Jahrgangsstufe an. Die
Gewaltbereitschaft steigt bis zur 9. Klasse signifikant an. Auch
hier lassen sich keine signifikanten Unterschiede bei verbalen
Beschimpfungen und Beleidigungen zwischen nicht-deutschen und
deutschen Opfern belegen.
5.2 Täterprävalenz von Gewalthandlungen
Innerhalb der schriftlichen Befragung wurden alle Schüler(innen)
zudem aufgefordert anzugeben, ob sie selber schon einmal in der
Schule Gewalthandlungen ausgeführt haben. Die aufgelisteten Items
wurden mit "ja" oder "nein" beantwortet. In den
Abbildungen 3 und 4 spiegelt sich das bereits von den Opfern
berichtete Bild wider: Während Mannheimer Hauptschüler(innen)
häufiger angeben, physische Gewalt zu verüben, geben ihre
Mitschüler(innen) aus Heidelberg häufiger psychische Gewaltakte
an. In beiden Städten werden "Zerstörungen von Schul- und
Schülereigentum" sowie "Ernstere Schlägereien mit
Verletzung" und Drohungen am häufigsten genannt. Während bei
allen Items zur körperlichen Gewalt die Täterprävalenzen in
Mannheim vor denjenigen in Heidelberg liegen, rangieren Heidelberger
Schüler(innen) bei den Prävalenzen zu "Beschimpfungen
gegenüber Mitschülern" und "Beschimpfungen gegenüber
Lehrer(innen)" an erster Stelle. "Verbale sexuelle
Belästigungen" durch Schüler(innen) kommen in Mannheim und
Heidelberg gleich häufig vor. In Übereinstimmung zu den
Opferberichten deuten auch die Selbstreporte darauf hin, dass
verbale Gewalt unter Schülerinnen und Schülern häufiger auftritt.
Mindestens 2 von 3 Schüler(innen) haben sich im vergangenen
Schuljahr entsprechend aggressiv verhalten. Besonders gravierendere
Gewalthandlungen (wie bspw. Waffenbesitz) werden erwartungsgemäß
nur von einer kleinen Minderheit angegeben.
Die hier fehlenden Abbildungen und Tabellen sind in dem unter
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bestellbaren Originalbeitrag enthalten.
Bezüglich der eingangs formulierten Hypothese galt es nun zu
ermitteln, ob sich die deskriptiv erkennbaren Unterschiede auch
statistisch signifikant absichern lassen und inwieweit diese von den
bereits genannten Kontrollvariablen abhängig sind. Für eine
weiterführende multiple Analyse unter Berücksichtigung der
Kontrollvariabeln "Geschlecht",
"Schülerjahrgang" und "Nationalität" wurde
dazu aus den Items nach faktorenanalytischer Prüfung additive
Indizes für die beiden Gewaltformen "physische" und
"psychische Gewalt" gebildet.
Die hier fehlenden Abbildungen und Tabellen sind in dem unter
dem Menüpunkt "Textanforderung"
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In der linearen Regression zur physischen
Gewalttäterschaft verbleibt nach Konstanthaltung möglicher
Einflussfaktoren ein höchst signifikanter Unterschied zwischen
Mannheim und Heidelberg (Tabelle 4). Demzufolge üben Mannheimer
Hauptschüler physische Gewalttaten häufiger aus als ihre
Mitschüler in Heidelberg. Es zeigt sich gleichzeitig ein
signifikanter Effekt zwischen physischer Gewalt und dem Geschlecht:
Schülerinnen führen demnach seltener eine physische Gewalttat aus
als ihre männlichen Mitschüler. Die physische Gewaltbereitschaft
nimmt außerdem bis zur 9. Klasse zu. Verglichen mit der
Referenzkategorie "5. Klasse" zeigen sich signifikante
Unterschiede in der 8. Klasse und 9. Klasse. Interessanterweise
läßt sich auch hier kein Einfluss der Nationalität auf die
physische Gewaltbereitschaft nachweisen: Im Gegensatz zu bekannten
Stereotypen begehen Nicht-Deutsche nicht häufiger eine
entsprechende Gewalttat. Wie aus der Analyse zu psychischen
Gewalttäterschaft hervorgeht, bestehen auch hier signifikante
Unterschiede zwischen Mannheim und Heidelberg (Tabelle 5).
Allerdings werden im Gegensatz zu physischen Gewalthandlungen
psychische Aggressionen häufiger von Heidelberger Schülern und
Schülerinnen ausgeübt. Schülerinnen üben verbale Gewalttaten
dabei insgesamt signifikant seltener aus als ihre männlichen
Mitschüler. Zwischen den Schülerjahrgängen nehmen psychische
Gewalttaten mit jedem Jahrgang signifikant zu. Verbale
Beschimpfungen und Beleidigungen werden von deutschen genauso
häufig verübt wie von nicht-deutschen Schülern und Schülerinnen.
Sie sind bei der Ausübung psychischer Gewalt nicht signifikant
auffälliger.
6 Diskussion
Mannheimer Hauptschüler(innen) sind häufiger
Opfer wie auch Täter physischer Gewalthandlungen. Heidelberger
Schüler(innen) hingegen fallen öfter als Täter psychischer
Gewalttaten auf, erleiden jedoch verbale Beleidigungen und
Beschimpfungen genauso häufig wie Mannheimer Hauptschüler.
Schülerinnen werden seltener Opfer einer physischen Gewalthandlung,
dagegen erleiden sie aber häufiger verbale Beschimpfungen und
Beleidigungen. Das Risiko, Opfer einer physischen Gewalthandlung zu
werden, ist in jeder Jahrgangsstufe annähernd gleich hoch. Dagegen
nimmt die Erfahrung, Opfer einer verbalen Aggression zu werden, bis
zur 9. Klasse zu. Ausländische Schüler und Schülerinnen erfahren
sowohl physische als auch psychische Gewalthandlungen etwas (i.e.
nicht signifikant) seltener als deutsche Schüler und Schülerinnen.
Sie üben solche Gewalttaten auch seltener aus. Tendenziell, aber
nicht signifikant belegbar, zeichnet sich also zusammenfassend ab,
dass aggressive Handlungen absolut und relativ etwas häufiger von
deutschen Schüler/innen ausgehen und sich eher gegen deutsche
Mitschüler/innen als gegen Ausländer richten. Demnach kann gerade
in Mannheim die erhöhte Bereitschaft zu körperlicher Aggression
nicht auf den erhöhten Anteil an ausländischen Schüler(innen) als
Ursache zurückgeführt werden.
In Bezug auf die eingangs formulierte These
lässt sich demnach lediglich bestätigen, dass Mannheimer
Hauptschüler eher zu physisch-gewalttätigem Verhalten neigen als
ihre Mitschüler in Heidelberg. Die Konstanthaltung möglicher
Drittvariablen mittels linearer Regressionsanalysen konnte zeigen,
dass dies nicht auf spezifische Unterschiede oder Besonderheiten in
der Geschlechts-, Alters- oder Nationalitätsverteilung innerhalb
der Schulen zurückzuführen ist. Damit sollten die Ursachen im
vermuteten Sinne im sozialen urbanen Umfeld zu finden sein. Für
psychische Gewalthandlungen läßt sich die Hypothese dagegen nicht
bestätigen. Psychische Gewalttaten werden eher von Hauptschülern
in Heidelberg ausgeübt. Auch hier konnte die lineare Regression
aufzeigen, dass die Konstanthaltung bekannter Kontrollvariablen
diese Unterschiede nicht (vollständig) wegpartialisiert. Damit
ließ sich das bereits auf deskriptiver Ebene konstatierte Ergebnis
bestätigen: Mannheimer Hauptschüler üben häufiger körperliche
Gewalttaten aus, während Heidelberger Hauptschüler eher durch
verbale Gewalthandlungen auffallen. Demnach scheinen Mannheimer
Schüler eher zu versuchen, Konfliktlösungen durch physische Gewalt
zu lösen, Heidelberger Schüler eher durch psychische.
Möglicherweise ist hier ein Modelllernen handlungsleitend. Dies
läßt einen Erklärungsversuch zu, der eher für eine
lerntheoretische als für eine anomische Ursache spricht.
Als problematisch ist die Frage anzumerken,
inwiefern mittels der Methode des "Selbstreports"
verlässliche Angaben über die Häufigkeit und die Verbreitung von
Gewalthandlungen zu gewinnen sind. So ist es durchaus möglich, dass
deutsche Schüler eher als Schüler ausländischer
Staatsbürgerschaft bereit sind, ausgeübte oder erlittene
Aggressionsakte zuzugeben. In der öffentlichen Meinung werden
aggressive Akte von Ausländern ggf. (noch) negativer sanktioniert
als solche deutscher Schüler. Zudem existieren neben den in diesem
Beitrag aufgegriffenen mikro- (Personenmerkmale) und
mesosoziologischen (urbane sozioökologische Größen) Korrelaten
auch potenzielle Einflussfaktoren auf Makroebene.
Entstehungsbedingungen und Ausgangspunkte von Aggressivität und
Gewalt in der Schule sind nur zu einem Teil in der Schule selbst zu
suchen; Ebensowenig, wie sich schulisch verursachte Aggression
ausschließlich auch dort entlädt. Vielmehr haben wir es mit
komplizierten, multikausalen Verflechtungen von Entstehungsursachen
und den tatsächlichen Aggressionsfeldern zu tun. "Wir dürfen
dabei nicht vergessen, daß Gewalt eine ‘soziale Krankheit’ der
ganzen Gesellschaft ist und nicht isoliert auf eine Institution wie
die Schule zurückgeführt werden darf." Dem stimmen wir zu,
betonen aber zugleich, dass damit die Schule keinesfalls aus ihrer
pädagogischen Verpflichtung entlassen ist.
Acknowledgements:
Mein besonderer Dank gebührt Melanie Kratzmeier MA, welche
Erstautorin und Projektleiterin der Erhebung ist. Ihr danke ich für die
Bereitstellung des Datensatzes sowie für die Mitarbeit an diesem Beitrag.
Diesen Beitrag können Sie unter "Textanforderung"
inkl. Quellenangabe, aller Tabellen und des Literaturverzeichnisses
bestellen.
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